I Am Digital

Angsthasen-Modus ade: Der Start ins digitale Nomadentum ist besiegelt

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Angsthasen-Modus bedeutet für mich, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen, ohne allzu großes Risiko. Daher habe ich die vergangenen zwölf Monate als Sidepreneur neben meinem Angestelltenverhältnis an meinem eigenen Online-Business gearbeitet. Doch damit ist jetzt Schluss, denn die Kündigung wurde eingereicht und der Start als Digitaler Nomade steht kurz bevor. Wie die letzten Monate verlaufen sind und was mich in Zukunft erwartet, erfährst du im heutigen Beitrag.

Seit meinem letzten Artikel zum Angsthasen-Modus ist eine ganze Weile vergangen. Kein Wunder, dass sich bei mir seitdem so einiges getan hat. Nicht nur, dass ich einen Workshop bei der letzten DNX halten durfte oder mittlerweile als Co-Host beim Sidepreneur-Podcast fungiere. Ich habe auch meine eigenen Projekte weiterentwickelt, mich einer Mastermind-Gruppe angeschlossen und mir ein brandneues Notebook zur Motivation geordert. Aber eines nach dem anderen.

Die Kündigung und der Ausbau meiner beiden Eckpfeiler

Ab dem 1. April geht es endlich los. Ich werde digitaler Nomade. Die Vorfreude auf einen komplett neuen Lifestyle ist ebenso groß wie der Respekt vor dem, was mich erwartet. Werden meine Projekte laufen? Wie lange hält mein angesparter Puffer? Was, wenn alles schief geht und ich mich im Herbst wieder bewerben muss?

All das sind Fragen, die immer wieder bei mir auftreten und mich manchmal sogar an dem zweifeln lassen, was ich vorhabe, nämlich selbstbestimmt zu leben und ortsunabhängig zu arbeiten. Nur mit Notebook bewaffnet von einem Ort zum andern ziehen. Das ist es, worauf ich die letzten Monate hingearbeitet habe.

Jetzt gibt´s kein Zurück mehr

Die Entscheidung, dass ich zum Frühling kündigen werde, stand schon einige Monate fest. Das Problem war jedoch der genaue Zeitpunkt. Hatte ich zu Beginn den Januar anvisiert, so musste ich den Termin weitere zweimal verschieben. Das lag vor allem daran, dass ich nicht ohne einen bestimmten Puffer an finanziellen Mitteln in die Selbstständigkeit starten wollte.

So kam es also, dass ich vor knapp drei Wochen eine E-Mail an meine Vorgesetzten sendete mit der Bitte um ein Gespräch. Bereits auf dem Weg in den Besprechungsraum war meinen beiden Kollegen klar, was nun kommen würde, schließlich habe ich meine beruflichen Ziele nicht unbedingt verheimlicht und ein ehrlicher Umgang war mir auch in der Vergangenheit stets wichtig. Das war ich der Agentur, in der ich seit nun mehr vier Jahren angestellt bin, schuldig, schließlich hatte ich hier alles in allem eine tolle Zeit.

Doch irgendwann kommt der Schritt, um sich persönlich weiterzuentwickeln und sowohl neue Leute als auch neue Orte kennen zu lernen. Und eben dieser Zeitpunkt ist nun mal JETZT beziehungsweise ab dem 1. April. Denn dann geht das Abenteuer „Digitaler Nomade“ auch für mich los, obwohl noch völlig in den Sternen steht, was die erste Destination sein wird.

Fokussierung auf meine beiden Eckpfeiler ausbauen

Zwar habe ich mir ein bisschen Geld angespart, um die ersten vier bis fünf Monate ohne weitere Einnahmen über die Runden zu kommen, aber eigentlich sollen bereits Einnahmen ab der ersten Sekunde meiner Selbstständigkeit generiert werden. Hier kommt mir zu Gute, dass ich seit dem Januar 2015 nur noch in Teilzeit (70 Prozent) angestellt bin und dadurch anderthalb Tage mehr zur Verfügung hatte, um eigene Projekte voran zu treiben und dadurch erste Kunden zu gewinnen.

plusonelike: Dienstleistungen im digitalen Sportmarketing

Hinter dem Namen plusonelike verbergen sich meine Dienstleistungen, die ich primär für die Sportbranche in den Bereichen Social Media, Branding und Corporate Blogging anbiete. Das Ziel dabei ist es, (sportlichen) Unternehmen und Einzelpersonen zu mehr Präsenz im Internet, insbesondere auf dialogstarken Plattformen, zu verhelfen.

Mittlerweile habe ich vier Kunden, durch die ich bereits regelmäßige Einnahmen generiere, die aber noch nicht dazu ausreichen, um alleine davon zu leben. Daher soll der Kundenstamm weiter ausgebaut werden, denn für Digitale Nomaden beziehungsweise Selbstständige sind Dienstleistungen anfangs die sicherste Einnahmequelle.

Wenn du also jemanden kennst, der in der Sportbranche (z. B. Sportartikelindustrie, Sportverein, Einzelsportler) tätig ist und etwas Unterstützung bei seinem Internetauftritt benötigt, dann leite diesen gerne an mich weiter.

I Am Digital: Noch einiges vor mit dem Herzensprojekt

Im August 2014 haben Julian und ich I Am Digital gelauncht. Seitdem hat sich vieles verändert und wir sind sehr froh über die bisherigen Entwicklungen unseres Online-Magazins über digitalen Lifestyle. Vor allem, weil wir es beide nebenher pflegen und nicht immer die gewünschte Frequenz an Beiträgen und Newslettern für unsere Leser erreicht haben.

Mit meinem Einstieg in die Selbstständigkeit werde ich nicht nur mehr Zeit für das Veröffentlichen von Inhalten freischaufeln können. Es wird auch explizite Einblicke in das Leben eines Digitalen Nomaden, nämlich meine eigenen, geben, weshalb wir nicht mehr ausschließlich auf die Insights anderer angewiesen sind, sondern ich dir meine eigenen Learnings, Fehltritte und Erfahrungen übermitteln werde.

Rucksackträger: Vielleicht schon bald ein weiterer Eckpfeiler

Der Rucksackträger ist der aktuell am längsten existierende Blog von mir. Dabei geht es, wie der Name schon andeutet lässt, um meine Rucksacktouren, die in letzter Zeit auf Grund der Doppelbelastung zwischen Angestelltentätigkeit und Sidepreneurship etwas untergangenen sind.

Zwar ist der Markt an Reiseblogs mehr als gesättigt, allerdings möchte ich auch hier in Zukunf mehr Inhalte veröffentlichen. Da ich aller Voraussicht nach ab April öfters unterwegs sein werde, sollte dies kein Problem sein. Von der Priorität her stehen plusonelike und I Am Digital an erster Stelle, aber um den ein oder anderen Blogbeitrag zum Reisen werde ich wohl nicht herum kommen.

Was bisher geschah: Rückblick auf die letzten Monate

Nachdem ich vor einigen Monaten für mich persönlich die Entscheidung getroffen habe, 2016 in die Selbstständigkeit zu starten und dies bei Freunden und der Familie publik machte, haben sich einige neue Türen geöffnet. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich seitdem mehr Enthusiasmus versprühe als zuvor oder ich unter größerem Druck stehe und somit alles mitnehme, was sich auch nur annähernd interessant anhört.

Mein Workshop bei der DNX im Oktober

Obwohl ich spätestens seit dem Launch von I Am Digital mit dem Digitalen-Nomaden-Virus infiziert bin, hatte der erste Besuch bei der DNX im Herbst 2014 großen Einfluss auf meine weitere Entwicklung. Nicht nur, weil dadurch ein neues Netzwerk mit Gleichgesinnten entstanden ist, sondern auch wegen all der Inspirationen, die ich durch meine erste Teilnahme an der Konferenz sammelte.

So kam es, dass ich mir die 3. DNX ebenso wenig entgehen lassen durfte wie die 4. DNX. Bei der letzten im Oktober war ich dann allerdings kein stiller Zuschauer mehr, sondern stand selbst auf der Bühne und durfte einen Workshop über Facebook Ads für das eigene Business halten. So schnell kann´s also manchmal gehen.

Wenn du dich selbst von der Veranstaltung inspirieren lassen willst, dann kannst du dies am 7. und 8. Mai in Berlin tun. Alles Infos zur DNX bekommst du unter www.dnx-berlin.de.

Workation als Test im November

Um ein paar Sachen für I Am Digital weiterzuentwickeln und die Strategie für 2016 zu besprechen, beschlossen Julian und ich kurzerhand, auf eine Workation zu fahren. Der Begriff setzt sich aus work und vacation zusammen und bedeutet nichts anderes, als die Arbeit mit in den Urlaub zu nehmen und beides miteinander zu verbinden.

Für mich war es gleichzeitig ein erster Test, ob mir das Leben als Digitaler Nomade überhaupt taugt. Denn bis dato konnte ich mir einfach nicht vorstellen an exotischen Plätzen zu arbeiten und wirklich produktiv zu sein. Die Workation im SunDesk in Taghazout hat mich eines Besseren belehrt, sodass kreative Ideen nur so aus mir heraus sprudelten.

Test bestanden!

Erste Podcast-Folge mit mir im Dezember

Auf völlig neuem Terrain bewegte ich mich im Dezember und versuchte mich erstmals im Podcasten. Ein Thema, das ich sehr interessant finde, da ich selber sehr viele Podcasts höre, allerdings nicht die Zeit dazu habe, einen eigenen aufzusetzen, da der Aufwand doch sehr groß ist.

Durch ein Interview mit Michael auf dessen Plattform sidepreneur.de kam ich dann doch erstmals mit dem Thema in Kontakt und durfte ein paar Worte über meine nebenberufliche Selbstständigkeit verlieren, ohne großen Aufwand betreiben zu müssen.

Als mich Michael dann einige Tage später fragte, ob ich nicht Lust darauf hätte, in Zukunft alle zwei Wochen als Co-Host mitzuwirken, sagte ich sofort zu. Daher bekommst du in Zukunft nicht nur Insights im geschriebenen Wort bei I Am Digital, sondern auch im gesprochenen beim Sidepreneur-Podcast.

Mitglied einer Mastermind-Gruppe seit Januar

Um das eigene Business voranzutreiben und ehrliches Feedback zu erlangen, bieten sich Mastermind-Gruppen an. Kurzum sind dies kleine Gruppen aus vier bis sechs Personen, die sich gegenseitig beim Aufbau ihres jeweiligen Projektes oder Unternehmens unterstützen und sich regelmäßig untereinander austauschen.

Bei der DNX im vergangenen Oktober gab es bereits erste Anknüpfungspunkte mit Masterminds, allerdings erwischte ich eine relativ unmotivierte Gruppe, sodass nach dem ersten gemeinsamen Treffen schon wieder alles vorbei war. Starkes Konzept, aber wenn keiner dafür brennt, hat all der Einsatz wenig Sinn.

Die Folge war, dass ich erstmal Abstand von Mastermind-Gruppen nahm, bis ich gefragt wurde, einer der Beta-Tester für eine neue Plattform zu werden. Da ich dem Konzept nochmals eine Chance geben wollte, bejahte ich und kann nach dem ersten Skypetermin mit den drei anderen Gruppenmitgliedern getrost behaupten, dass ich eine ziemlich coole Gruppe mit Perspektive erwischt habe, auf deren ehrliche Meinung ich mich schon jetzt sehr freue.

Von Ängsten über Skepsis bis hin zu Neid und positivem Feedback

Mein Leben als Digitaler Nomade ist greifbar nah. Nur noch gut zwei Monate, dann geht das Abenteuer endlich los. Doch je näher dieser Zeitpunkt rückt, umso mehr Ängste plagen mich, wie der Eintritt in die Selbstständigkeit verlaufen wird und ob ich mich da nicht total in etwas verrannt habe.

Wie lange kann ich mich über Wasser halten? Werde ich genügend Einnahmen generieren? Muss ich mich im Herbst wieder für einen Angestelltenjob bewerben? All das sind Fragen, die mich an dem, was ich vorhabe, zweifeln lassen und eine gewisse Skepsis in mir hervorrufen. Oder bin ich durch die German Angst einfach nur evolutionär geschädigt und sollte einfach loslegen?

Einfach #machen trifft es sicherlich sehr gut, weshalb ich mir trotz aller Zweifel vorgenommen habe, ganz unbedarft den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Was kann mir schließlich passieren? Ich starte weder mit Verbindlichkeiten, noch habe ich den Druck vom ersten Tag an ausreichend Kohle verdienen zu müssen. Eigentlich eine ziemlich dankbare Situation, die mich die letzten Monate allerdings auch viel Mühe und Fleiß gekostet haben.

Habe ich anfangs meinen Freunden und meiner Familie von meinen Plänen, Digitaler Nomade zu werden, erzählt, haben diese meisten nur mit dem Kopf geschüttelt. „Wie willst du Geld verdienen?“, „Was ist mit deiner Rente?“ und „Willst du nicht mal an einem Ort bleiben und eine Familie gründen?“ waren die primären Fragen, die mir mit großer Skepsis gestellt wurden.

Doch nachdem einige Monate verstrichen waren und ich vermehrt von meinem Vorhaben erzählte, wandelte sich der negative Unterton in Zuspruch. Einige der mir nahestehenden Personen klopften mir sogar mit den Worten „Du machst das genau richtig!“ auf die Schulter und sind fast schon neidisch.

Auch hier eine ziemlich dankbare Situation, wie ich finde, denn all diese Personen werden auch in Zukunft unheimlich wichtig für mich sein, um weiterhin geerdet zu bleiben und die ein oder andere Backpfeife zu kassieren, wenn es bei mir mal nicht so gut läuft.

Der Countdown für den Start ins digitale Nomadentum läuft

Fakt ist, dass ich mich auf mein neues (Berufs-) Leben als Digitaler Nomade unheimlich freue und gespannt bin, wo es mich hinziehen wird. Falls mir der Umstieg gar nicht zusagt, dann gehe ich einfach in mein altes Angestellten-Leben zurück, das bis auf die fehlende Ortsungebundenheit eigentlich auch ziemlich cool war.

Bevor es aber tatsächlich losgeht, gibt es noch einige Punkte abzuarbeiten, die vor allem den bürokratischen Aufwand betreffen. So muss ich mir die nächsten Tagen weitere Gedanken über meine Krankenversicherung machen, was mit meiner aktuellen Wohnung passiert und wo ich meinen Hauptwohnsitz haben werde.

Das war er dann also, der vorerst letzte Artikel zum Angsthasen-Modus. Wenn du mehr über meine bisherige Entwicklung, die Learnings und Dinge, mit denen ich bisher zu kämpfen hatte, erfahren willst, dann werfe einen Blick auf die folgenden Artikel:

Ich zähle solange die Zeit runter bis es tatsächlich los geht und freue mich über deine Kommentare, Fragen und vielleicht sogar Kritik. Oder bist du selbst gerade am Überlegen Digitaler Nomade zu werden? Dann verrate mir, wie du dich darauf vorbereitest.

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Daniel Schöberl

Daniel ist Co-Founder von I Am Digital und mittlerweile selbst als Digitaler Nomade unterwegs, wo er sich mit Dienstleistungen im Sportmarketing, seinen Blogs und weiteren Online-Projekten seine Brötchen verdient.