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Die Blogfabrik: Ein CoWorking Traum für Content Creator

Die Blogfabrik Berlin - Coworking

Wenn du deiner Leidenschaft folgst, stehst du sicher hin und wieder ernsten, besorgten Fragen gegenüber. Egal ob du dir diese selbst stellst oder sie aus deinem Umfeld kommen, die Selbstzweifel verschwinden so schnell nicht. Eine dieser Fragen mag sein, ob du mit dem, was du tust, deine Miete zahlen kannst. Eine vielleicht essentielle Frage? In der Blogfabrik, einem Coworking-Space für gleichgesinnte Content Creator, kann man diese Frage wortwörtlich verstehen.

Im Juli eröffnete die Blogfabrik in Berlin-Kreuzberg, unweit des Kotti, seine Türen. Mittlerweile sind etwa 30 Mieter eingezogen.

Vielfalt gesucht und gefördert

Unter ihnen befinden sich Food- und Fashionblogger, Lifestyle- und Travel-Aficionados. Die meisten von Ihnen haben feste Schreibtische gemietet und haben sich gut eingerichtet. Die tägliche Auslastung ist unterschiedlich. Man ist viel unterwegs hier.

Die Blogfabrik bietet den Mietern einen großflächigen Arbeitsraum mit vielen Sitzecken, einem kleinen Foto-Studio und Schnitt-Computern für Videos. So gibt es Platz und Möglichkeiten für alle Arten von Content.

Die Blogfabrik Berlin - im Studio

Foodblogger finden eine große, helle Küche in der sie ihr angerichtetes Essen bestens im Bild festhalten können. Ein großer Meeting-Raum für verschiedene Verwendungszwecke steht den Mietern ebenfalls zur Verfügung.

Abends soll es mehr und mehr interne sowie öffentliche Events geben. Dazu gehören Blog-Workshops und Instagram-Ausstellungen. Es wird hier viel auf Austausch zwischen den Mietern gebaut. Das setzt der Fokus auf die hier angesiedelten Content Creator bereits voraus.

Der etwas andere Mietpreis

Mit Content, und da wären wir wieder bei der Leidenschaft, können die festen Mieter hier auch ihre Miete zahlen. Ein kurzer und ein langer Artikel für das hauseigene Daily Bread Magazine sind der momentan festgelegte Mietpreis.

Ein sehr fairer Deal aus dem sich die Betreiber u.a. Learnings und Synergie-Effekte versprechen. Zur Blogfabrik Familie gehört auch die hauseigene Kiosk Agency, zu deren Kunden bisher zum Beispiel YouTube gehörte.

Die Blogfabrik Berlin - Coworking für Content Creator

Die Aufträge, die bei der Agentur eintreffen, werden intern an die 30 Mieter, zumeist Freiberufler, weitergeleitet. Diese können sich mit ihrem Interesse und ihren Ideen bei den Betreibern melden und so den Auftrag ergattern. Die Agentur erhält dafür einen Cut für die Vermittlung.

Was in sich schlüssig klingt und irgendwie auch wie ein kreativer Traum wirkt, wirft sicherlich auf den ersten Blick eine Frage auf: Wie stellt sich hierzu die Rentabilität ein? Als Startup wäre dies wohl ein mehr als schwieriges Unterfangen.

Wie die Blogfabrik entstanden ist

Wie entstand also die Idee der Blogfabrik? Und wieso kann sie trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bestehen? Die Antwort ist ebenso einfach wie überraschend: Die Blogfabrik gehört zu einer größeren Unternehmensgruppe. Diese hat ihr zuhause vor allem in der Distribution von Printmedien.

Auf der Suche nach Zukunftsmodellen im digitalen Bereich hat man sich in der Berliner Medien- und Startup-Szene umgeschaut. Die Blogfabrik ist das Ergebnis dieser Suche und der daraus abgeleiteten Erkenntnisse. Gewünscht ist ein gegenseitiges Lernen, welches für das Unternehmen langfristig positive Effekte haben soll.

Die Blogfabrik Berlin - Küche

Ein sehr innovativer, seltener Ansatz, welcher als Ergebnis ein spannendes Umfeld geschaffen hat, indem viel Platz für kreative Freiheit und persönliche Weiterentwicklung besteht.

So sind mittlerweile bereits Mieter ausgezogen, weil sie zu groß für den am Ende doch bewusst exklusiv gehaltenen Coworking Space geworden sind. Die Mieter hier sind in der Regel allein oder zu zweit im Team. Wer größer wird, sucht sich was Neues. Dass dies schon passiert ist, erzählt mir Maria Ebbinghaus bei unserem Treffen in der Blogfabrik nicht ohne Stolz.

Das große Potenzial

Es ist zu spüren, dass alle hier tief verbunden sind mit dem was sie tun und eine gesunde Neugier bewahrt haben um voneinander zu lernen. Das gilt sowohl für Mieter wie Betreiber. Wie wir so durch die Blogfabrik laufen begegnen uns durchweg positiv gestimmte Menschen.

Die einen hochkonzentriert in ihrer eigenen Welt, die anderen mit glänzenden Augen. Freundliches Nicken. Man fühlt sich augenscheinlich wohl hier.

In Berlin passiert eine ganze Menge. Es gibt viele Meetups und offene Communities, die alle einen gewissen Mehrwert mit sich bringen. Manche mehr, manche weniger. Das Modell der Blogfabrik birgt allerdings das Potenzial eine gewisse Nachhaltigkeit zu entwickeln. Nicht umsonst sieht man sich selbst als innovatives Kompetenzzentrum.

Digital-Unternehmen sollten besser genau hinschauen, was hier gerade passiert. Man könnte sonst in der Tat eine spannende Entwicklung verpassen.

Photo Credits: Christoph Neumann / Blogfabrik

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Julian Grandke

Julian ist Co-Founder von I Am Digital und bastelt an seinem ganz persönlichen American Dream. Er arbeitet als Account Manager für eine Digital-Agentur in Berlin und schreibt für verschiedene Blogs.